Dick Pics no: Ich will keine Schwanzbilder!

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Big dick No

Ich arbeite als Autorin für ein Erotik-Magazin. Doch macht mich das zu Freiwild? Wird die Kolumnistin von Stern mit freizügigen Bildern zugespamt? Oder warum erhalte ich täglich Bilder von heruntergelassener Hose? Dick Pics No!

Dick Pics No: Ein Plädoyer gegen Schwanzbilder

Je nach intellektuellem Niveau folgen dem Bild der männlichen Blöße auch noch Ergüsse wie „Willste ficken?“ (Niveau Strauchtomate) oder „Hast du schon mal so was Großes gesehen?“ (Niveau Mathematiker abzüglich des IQs). NEIN! Ich möchte keine Bilder des Fortzeugungsorgans erhalten und frage solche auch nicht an. Lasst euer bestes Stück bitte in eurer Hose und haltet es nicht vor die Kamera. Denn im Vergleich zu mancher anderer Frau weiß ich: Das ist nicht nur eine ungewollte Belästigung, sondern ein strafbares Verhalten!

Nun, um ehrlich zu sein: Ich bin weniger peinlich berührt, sondern lache mich in der Regel schlapp. So schlapp, wie das Fotomotiv vermutlich in der Ausübung seiner Pflichten ist. Denn warum sonst sollte eine Dominanz gezeigt werden in einer Art und Weise, welche die eigentliche Schwäche von Beginn an sprichwörtlich erkennbar macht.

Die Autorinnen einer bekannten Studie zu „Dickpics“ (also Penisbildern) gehen davon aus, dass viele Männer, die Penisbilder versenden, zwar nicht bewusst von Feindseligkeit oder Sexismus motiviert sind, aber diesen mit dem Versenden trotzdem verstärken. 82 Prozent der befragten Männer, die Genital-Bilder unverlangt versendet haben, hofften bei der Untersuchung des Teams um Flora Oswald (2019), die Empfängerin oder den Empfänger damit sexuell zu erregen. Jeder zweite (50 Prozent) gab an, der Empfänger oder die Empfängerin sollte sich durch das Bild selbst attraktiv fühlen. Und etwa gleich viele erhofften sich, selbst „sexy Bilder“ (51 Prozent) zu erhalten oder so das eigene sexuelle Interesse zu signalisieren (49 Prozent). Quelle: ntv.de

Strafrechtlich verfolgbar


Was Frau aber immer wissen muss: Das unaufgeforderte Zusenden von Dick Picks ist strafrechtlich verfolgbar! Ja – eine solche Mail kann (und sollte) angezeigt werden! „Wer einen pornografischen Inhalt an einen anderen gelangen lässt, ohne von diesem hierzu aufgefordert zu sein, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft“, lässt uns das Strafgesetzbuch (Paragraf 184) wissen. Häufig scheuen sich Frauen jedoch, werten es als nicht so wichtig oder haben gar Angst vor den bürokratischen Folgen.

Aber ehrlich: Jedes mich erreichende Dick Pick wird gemeldet: Auf dieser Homepage erhalten betroffene Frauen Unterstützung in der Vorbereitung einer Anzeige und erhalten Tipps zur Vorbereitung einer Anzeige!

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Nach Jahren als Journalistin in der "normalen Welt" tätig, zog es Alexandra auf die "heiße Seite" des Lebens. Als Chefredakteurin verantwortet sie die inhaltliche Ausrichtung von Erolifestyle, wobei sie sich zu 100 Prozent auf das Themengespür ihreres Autorenteams verlassen kann. Alexandra greift gerne die aktuellen Nachrichten und Entwicklungen auf - kann dabei allerdings manchmal ihre spitze Feder nicht so ganz im Zaum halten.