10 Fragen an – Bigbrother Klaus

BigBrother oder Porno – Wer kennt ihn nicht, den Klaus? Mediengewöhnt wenn nicht gar prominent, gibt der ewige und überzeugte Single Sandra private Einblicke in sein Leben – und offenbart manch intime Details.

1. Zur Vorbereitung auf das Interview hab ich natürlich auch im Internet ein wenig recherchiert… Was mir dabei aufgefallen ist: Aktuell ist es ziemlich ruhig um dich geworden. Was machst du zu Zeit?

Nun ja, ruhig geworden ist relativ. Ich bin ja seit Bigbrother (oder danach) mit Auftritten und Bookings, auch im Swinger- und Erotik-Clubs für Moderation oder FKK, unterwegs. Ansonsten werde ich gebucht für Auftritte auf Mallorca, in Bulgarien sowie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ab und an sieht man mich auch im TV in Gastrolle bei verschiedenen Formaten wie Klinik am Südring. Allerdings muss ich sagen- das deutsche Fernsehen bzw die Sender boykottieren mich schon, so erhalte ich kaum noch Chancen, bei anderen TV-Formaten dabei zu sein.

2. Bis zum Jahr 1999 hast du ein „normal-bürgerliches“ Leben geführt… Dann kam der Ausbruch bzw deine Karriere startete im Animations- und Eventbereich. Was war der Auslöser für diesen krassen Wechsel?

Ja, das stimmt. Bis 1999 hatte ich eigentlich ein in Anführungszeichen „Normales Leben“; mit mittlerer Reife, abgeschlossener Ausbildung zum Energieelektroniker und habe auch ein Jahr als Facharbeiter gearbeitet. Doch auch bereits in dieser Zeit war ich schon immer ein „Lebemensch“, im Alter von 16 war ich das erste Mal auf Mallorca und bin dort irgendwie „Hängengeblieben“. Was mich insoweit negativ geprägt hat ist der Tod meines Vaters. Er hatte immer davon geschwärmt, sein Leben nach der Rente zu genießen. Ein Jahr vor Renteneintritt ist er verstorben. Das hat halt meinen Lebensstil noch mehr verändert, denn mir ist bewusst geworden „Lebe jeden Tag, als ob es dein letzter wäre“. Deswegen habe ich dann eben meinen Job geschmissen und bin dann ab nach Mallorca und habe da dort angefangen während der Saison als Animateur zu arbeiten. Das hat mich vollends zum Lebemensch gemacht.

3. Das Jahr 2010 hat dich in die Schlagzeilen katapultiert: Inwieweit hat Big Brother dein Leben verändert und was war für dich der Reiz, in den Container zu ziehen – der schnöde Mammon?

Nun, ich war ja bereits als Pornodarsteller aktiv und bin dann mehr oder weniger auf der Venus 2008 beim Live-Sex erwischt worden und so das erste Mal ein bisschen aufgefallen. Es folgten Auftritte in Talkshows wie Brit und dann der Spaß-Auftritt bei DSDS. Seitdem hatte ich dann das „Blödmann-Image“ weg, vergleichbar mit Menderes oder Cosimo. Big Brother hat mich immer schon gereizt, von der ersten Staffel an. Und es war für mich das einzige Format wo ich zeigen konnte, wer ich wirklich bin. Daher wollte ich unbedingt in den Container und habe es 2010 in Angriff genommen. Und immerhin bin ich mit sieben Monaten der bis dato längste Bewohner.

4. Noch im gleichen Jahr die Schlagzeile „Klaus und sein Sexgeständnis“. Du hast als Callboy gearbeitet und Standhaftigkeit in der Filmindustrie bewiesen. Wie bist du in diese Szene gekommen?

Also die Geschichte hat mehr oder weniger während meiner Animateurzeit auf Mallorca angefangen. Zwei Frauen im Hotel haben mich tatsächlich „gebucht“. Nun, dass Männer Frauen kaufen wusste ich ja, aber dass es andersherum auch funktioniert – das war mir neu! Nun, heiße Frauen, die für Sex bezahlen – das ist doch ein geiler Job! Das habe ich auch einige Jahre gemacht.
Eine Kundin aus der Schweiz – den Namen verrate ich natürlich nicht – hatte mich für drei Tage gebucht und war begeistert, wie oft „ich konnte“. Sie frage mich direkt, ob ich mit dieser Standhaftigkeit nicht auch im Porno-Business aktiv wäre. Nun… Das war meine Inspiration. Ich bin nach Berlin gefahren zum Porno-Casting und auf einmal – schwupps -war ich in dem Business

5. Heute kann man dich als Entertainer bei erotischen Partys für die FKK-Bar engagieren. Was genau kann ich mir darunter vorstellen?

Man kann mich in Swingerclubs für die erotische Sektbar buchen. Das heißt, ich bin halt nackt oder fast nackt und schenke dort Sekt aus – und natürlich auch Sex, wenn gewünscht… Ich bin halt auch der Lady-Entertainer! Ich liebe alle Frauen und es gehört ein Stück weit dann an dem Abend dazu, dass ich mich da auch um die weiblichen Gäste kümmere. Eine weitere Variante – ich kenne noch viele weibliche Pornostars. Hier moderiere und organisiere ich auch entsprechende Shows, ob mit Dildo oder Live-Sex.
Und selbstverständlich bin ich auch bei Motto-Partys in Clubs unterwegs, ob Mallorca-Party oder Oktoberfest. Denn dort singe ich dann meine Hits, die sind dafür prädestiniert… „Geiles Luder“, „Knick Knack“ oder auch der „Muschi-Song“ passen halt immer bei solchen Veranstaltungen.

6. Wie bist du sexuell als Privatperson? Eher Porno-Klaus oder Kuschel-Klausi?

Privat bin ich nicht unbedingt der Blümchensex-Typ; also bei mir geht’s dann halt schon ein bisschen härter zur Sache. Ich bin nicht devot, sondern übernehme eher den dominanten Part – ich sage, wo es lang geht. Aber: Ich würde mich schon ein wenig als Switcher bezeichnen. Meine drei großen Tabus sind Sex gegen den Willen des Partners (Vergewaltigung), Sex mit Kindern und mit Tieren… Auch Blut und Kaviar müssen nicht sein. Aber sonst bin ich eigentlich offen für alles!

7. Wirst du heute noch auch der Straße erkannt und angesprochen?

Ich werde noch immer auf der Straße oder im Zug erkannt, insbesondere meine Tattoos sind ein Erkennungszeichen; also wenn ich oberkörperfrei oder mit Muskelshirt unterwegs bin, werde ich häufig angesprochen. Überwiegend erhalte ich positive Rückmeldungen, ich würde sagen zu 98 Prozent. „Du bist doch der aus dem BigBrother-Haus“ oder „Hey, ich hab dich in einem Film gesehen“. Aber natürlich hat es von 2010 an nachgelassen. Das liegt aber auch daran, dass mir das Fernsehen keine Plattform mehr gibt, sei es Gastrollen bei zum Beispiel „Berlin Tag und Nacht“ oder als Darsteller bei verschiedenen Formaten wie „Adam und Eva“. Dies würde eigentlich zu mir passen, aber man gibt mir keine Chance. Obwohl es deswegen etwas nachgelassen hat, freu ich mich trotzdem natürlich noch immer über Selfie-Anfragen oder Autogrammwünsche.

8. Du gehst sehr offen mit deiner Porno-Vergangenheit um. Wie hat dein privates Umfeld reagiert, als sie es mitbekommen haben? Mussten sie es „durch die Presse“ erfahren?

Also im privaten Umfeld hatte ich zum Glück immer eine eine tolle Verwandtschaft und tolle Freunde zu haben, die da locker mit umgegangen sind. Irgendwann sagte ich zu meiner Mutter „Ich arbeite als Callboy“. Sie meinte nur, dass sei zwar nicht normal, aber wenn es mich glücklich machen würde – sie wüsste ja, dass Frauen mein Laster sind. Und zum Thema Pornodreh meinte sie nur, dass es die Hauptsache sei, dass ich Geld verdiene – und mir dort nichts „einfange“. Bei Familientreffen werde ich nach meinen Filmen gefragt, ob ich nicht mal einen mitbringen könnte. Da hatte ich echt Glück.
Zwei, drei Freunde haben sich abgewendet, waren pikiert und wollten mit mir nichts mehr zu tun haben. Doch dann sind es für mich auch keine Freunde. Ansonsten habe ich echt ein großartiges Umfeld, wo ich mit dem was ich tue absolut akzeptiert werde.

9. Was ist das Skurrilste, was dir als Porno-Darsteller passiert ist?

Ja da gibt’s natürlich einige Sachen, aber die Frage zaubert dann halt schon ein Lächeln ins Gesicht. Ja, also es gab ja schon mal eine Szene mit einer Darstellerin aus der Schweiz, wo sie mich rücklings geritten hat. Als sie zum Höhepunkt kam, hatte sie ihren Schließmuskel nicht mehr unter Kontrolle… Nun; ich hatte etwas „Kaviar“ auf meinem Bauch. Sie hatte es in ihrer Extase erst gar nicht gemerkt, anschließend war es ihr peinlich. Doch ich habe es mit Humor genommen denn „hey“ – ich habe ihr einen fantastischen Orgasmus beschert. Das ist daher auch ein kleines Kompliment an mich gewesen.

10. Drehen wir die Zeit zurück in das Jahr 1999: Würdest du die gleichen Lebensentscheidungen wieder treffen?

Also, wenn man mich wieder auf 1999 zurücksetzen würde, würde ich alles genau so wieder machen. Ich kann in den Spiegel schauen und sagen: Hey geil, Animateur. Hey geil, Callboy. Hey geil, Porno-Darsteller. Man lebt nur einmal und zu 98 Prozent erhalte ich nur positives Feedback. Und die zwei Prozent, denen es nicht passt – die sind doch eher neidisch. Sie sind neidisch auf meinen Lebensstil; fühlen sich in gesellschaftliche Vorgaben gezwängt und sind selbst mit ihrem Leben unglücklich; sind in ihrem Hamsterrad gefangen und denken, sie müssten nur funktionieren. Ich respektiere dies natürlich, getreu dem Motto „Leben und Leben lassen“. Doch ich würde meinen Weg immer wieder neu gehen.

BigBrotherKlaus