BDSM Fragen Antworten Stephen M.

BDSM eure Fragen – Stephen antwortet

Euch brennen Fragen auf der Seele? Ihr habt gerade das Thema BDSM für euch entdeckt? Oder braucht den Rat eines echten Expertens? Stephen M. lebt diese Facette seit jungen Jahren – und steht euch zur Seite!

Carmen möchte zum Thema BDSM wissen:

Hallo Stephen,
danke noch mal für das gute Gespräch. Ich habe noch ein bisschen drüber nachdenken müssen und habe noch eine Frage.

Da ich ja eher auf der dominanten Seite stehe, eine Frage für diesen Part: Was kann ich tun, um mich in der dominanten Rolle sicher zu fühlen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich ganz schön angreifbar bin in dieser Rolle und die Subs das manchmal auf die leichte Schulter nehmen. Zum Beispiel kann ich es ganz schlecht verarbeiten, wenn Kritik oder Feedback (was an sich sehr willkommen ist) im Spiel eingewoben kommt, z.B. beim Fesseln …

Auch für den dominanten Part ist es nicht immer leicht…

Dann denk ich „die hat gut lachen von unten, aber für mich als Dominante ist es nicht so einfach die Lage zu halten und das richtige zu tun …“

Da kommt dann mit rein, dass ich schnell in Stress gerate, ob ich das Richtige tue. Klar, je besser ich im Flow bin, desto mehr läuft es natürlich, aber es gibt halt immer wieder Momente wo man drüber muss und sich so unsicher ist. Letztendlich geht es um Selbstvertrauen für die dominate Seite, haha …

Ich weiß Du bist auf dominante Männer und devote Frauen abonniert, aber da ich eher mit Frauen spiele, ist das ja wohl ähnlich 🙂

Ganz liebe Grüße,
Carmen

Stephen M. antwortet

Hallo Carmen,
da du eher auf der dominanten Seite stehst und wir beide Frauen als Subs adressieren, dürfte es ähnlich sein, ja.

Zunächst mal ist ’sich in seiner Rolle sicher fühlen‘ eine sehr subjektive, persönliche Angelegenheit. Ich kenne Situationen wie die von Dir geschilderten von früher und bin mir heute sicher, dass Subs, die in der Sessionsituation mehr als nur subtile Rückmeldungen geben, entweder inkompatibel sind oder (häufiger) Dir noch nicht in dem Maß vertrauen, das dafür notwendig wäre.

Die Tatsache, dass Du Dich dabei angreifbar fühlst, spricht dafür, dass die Sub nur Deine Unsicherheit spiegelt.

Wie gesagt ich kenne das von früher, bin aber heute so gefestigt, dass mir das nicht mehr passiert. Meine Reaktion auf ins Spiel eingewobene Kritik wäre sehr konsequent. Die Sub hat ein Stopwort (die ‚Reißleine‘) und kann ansonsten bitten. Flehentlich bitten wohl gemerkt, nicht aufgestampft. Alles andere betrachte ich im Zweifelsfall als ‚Fishing for Punishment‘ und kommuniziere das auch in der Situation genau so.

Wenn ich mir nicht selbst sicher bin, lass ich es!

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Du Dir in Deinem Tun sehr sicher bist und eben nicht in Stress kommst, ob Du das richtige tust. Und das wiedrum ist das Ergebnis von langer Praxis. Ich kann mich in dieser Beziehung heute auf mein Bauchgefühl verlassen, auch und gerade in Situationen wo frau (und damit auch ich) über eine Stufe muss. Meine einfache Faustregel dabei ist: Wenn ich mir nicht sicher bin, dass es soweit ist, lasse ich es.

Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Eine Serva, die ich ein paar mal getroffen hatte, hat mir bei allen diesen Treffen non-verbal eine gewisse Lust am Fisting signalisiert. Ich habe sie jedes Mal ein wenig in diese Richtung getestet ohne es jedoch wirklich zu tun (also meine ganze Hand in ihr zu versenken). Ganz einfach weil mein Gefühl mir gesagt hat, dass sie noch nicht so weit war (= dass sie noch nicht genügend Vertrauen in mein Tun hatte).

Die eigene Sicherheit ist maßgebend beim BDSM

Beim letzten Mal war es dann soweit – ich hatte das Gefühl es ist soweit und habe es sehr zielstrebig und mit einer gewissen Unnachgiebigkeit getan. Das war für sie eine Grenzerfahrung (und damit auch für mich ein Grenzgang), aber die Sicherheit, die ich dabei ausgestrahlt habe, hat dazu geführt, dass sie sich nicht verkrampft, sondern in ihr Schicksal ergeben hat.

Wenn Du das nächste Mal in München bist, kannst Du ja mal zu einem Treffen mit einer meiner Servas dazukommen.

Soviel für heute.
Stephen

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    STEPHEN MASZ begleitet euch in seine BDSM-Welt. Bereits in jungen Jahren hat er diese faszinierende Facette für sich entdeckt und lebt seither den Lifestyle mit Kopf und Herz. Ihr habt Fragen, die ihr euch nicht zu stellen traut? Möchtet etwas wissen, wobei euch Google keine Antwort geben kann? Stephen ist der „Dr. Sommer“ im Bereich BDSM. In der Redaktion liegen ihm die Mädels zu Füßen – seinem Blick und seiner Stimme vermag niemand zu widerstehen. Aufklärung bieten und Lust verschaffen stehen bei ihm im Mittelpunkt. Ihr wollt mehr über Stephen erfahren? Dann lest HIER weiter.